Die Stadt verändert sich schlagartig nach einer Trennung oder einem gebrochenem Herzen. Vorher war sie in rosa Watte eingepackt und strahlte einem an jeder Ecke entgegen mit seinen freundlichen und verwinkelten Fassaden. Die Gebäude die man passierte leuchteten in einem ganz besonderen Licht und man schwebte durch die engen Gassen der Altstadt. Der Himmel war immer blau auch wenn man mit seinem Regenschirm schon eine ganze halbe Stunde auf den nächsten Bus wartete.
Dann der Tag als ich mit Tränen im Gesicht deine Straße runter lief. Überstürzt habe ich deine Wohnung verlassen weil ich schon längst wusste was du mir sagen wolltest. Die Einzelheiten wollte und brauchte ich gar nicht hören. Ich kannte sie nur gut genug schließlich bin ich kein kleines Mädchen mehr und ich hatte sie auch schon mal aus demselben Mund gehört.
In solchen Momenten steht man auf einmal in einer ganz anderen Stadt, die man kaum wieder erkennt. Sie ist farblos und irgendwie bedrohlich und man schwebt nicht mehr von A nach B sondern hastet nur noch seinem Ziel entgegen aus Angst IHM über dem Weg zulaufen.
Sie, die Stadt, verändert sich in den nächsten Monaten in eine wahre Erinnerungsfalle.
Mit gesenktem Kopf lege ich nur die Strecken zurück die absolut nötig sind und ich achte auf die Uhrzeit, schließlich weiß ich ja wann er arbeitet.
Aber auch diese seelischen Schutzmaßnahmen helfen nicht, dass sich mein geliebtes Barcelona, in das ich doch auch Hals über Kopf verliebt bin, in meinen schlimmsten Alptraum verwandelt.
Ich habe das Gefühl es lauern an jeder Straßenkreuzung Erinnerungen, die nur darauf warten mich aus dem Hinterhalt ins Genick zuspringen. Ich stehe an einer x-beliebigen Ampel und da ist er, der Schauer der einem über dem Rücken läuft, da sind sie, die Bilder von einem Sommertag als ihm das neu gekaufte Eis nach 2 Sekunden auf den Boden fiel und ich herzhaft lachen musste.
Jeder Musikladen trägt auf einmal seinen Namen und Musik kann ich schon lange nicht mehr ohne Magenkrämpfe hören, da auch fast jeder Song in meiner Playlist seinen Namen trägt. Die Schatten unserer kurzen aber intensiven Zeit springen mich von jedem Bauwerk an. Sie folgen mir wie das Licht von Scheinwerfern die auf eine Mauer fallen und langsam dünner und länger werden.
Aber genau so ist es mit einem angebrochenen Herzen; die Schatten die einem nachjagen werden mit der Zeit auch immer dünner und länger, wie das Licht eines Scheinwerfers.
Sein Gesicht zeichnet sich nicht mehr an den Häusern dieser Stadt ab, nein vielmehr wird es jetzt von anderen neuen und freundlicheren Gesichtern überdeckt, die sich wie Efeu die Mauern der Stadt hochranken. Gesichter meiner Freunde oder nur von mir. Diese Gesichter sind meine neuen Erinnerungen, die meine Stadt langsam wieder in eine rosa Watte packen und die alten Mauern nicht mehr bedrohlich und grau wirken lassen.
Weil ich jetzt drüber schreiben kann. Danke für das Neufüllen meiner Stadt.
Hey kleines…
das leben kann doch manchmal echt beschissen sein, aber ich kenn dich du bist stark…ich muss echt dich besuchen kommen, will deine stadt kennenlernen…in guten wie in schlechten zeiten…
Hab dich Lieb süsse und denk an dich…kopf hoch..es kommen bessere Zeiten und Männer
Ist ja schon längst vorbei. Hatte das schon vor einiger Zeit geschrieben und jetzt war die Zeit gekommen es zu teilen, da ich finde das wohl jeder dieses Gefühl kennt. Aber Barcelona und ich sind wieder ein Herz und eine Seele.
Mann, mann, Liebeskummer ist echt ein Arschloch!
Aber wenn man es dann hinter sich hat, ist man ein Superheld!
Dicken Knutscher aus dem Norden
Hallo Süsse
wie traurig. Musste ein bisschen weinen. Aber wieder wunderschön geschrieben. Schade dass ich in solchen Momenten nicht mehr trösten darf bzw. kann. Du bist wirklich ein „grosses“ Mädchen geworden.
Hab dich lieb. Ganz dicker Kuss, Mama
Ach Mama, kennst doch dein kleines Mädchen, das kann so schnell nichts umwerfen. Und außerdem wenn Tränen gerollt sind ist das ja ein riesen Kompliment für meine Schreibkünste.